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26. Februar 201214:45

Relikte des Mittelalters endlich überwinden

Immer weniger Menschen in Deutschland sind religiös, in den Parteien ist diese Veränderung nicht wirklich angekommen. In der Linken in NRW hat sich vor wenigen Wochen die LAG Laizismus gegründet. Wir sprachen mit dem Landtagsabgeordneten Ralf Michalowsky, der diese LAG aus der Taufe hob, über seine Gründe und die Ziele der LAG.

Die Freiheitsliebe: Du hast vor wenigen Tagen die LAG Laizismus gegründet, was waren deine Beweggründe?

Ralf Michalowsky: Seit meinem Kirchenaustritt vor 44 Jahren beobachte ich das System Kirche und habe mich auch während meines Soziologiestudiums mit sozialen Systemen beschäftigt. Kirche ist für mich lediglich eine gute Geschäftsidee. Das System lebt davon, dass es schon Kinder indoktriniert, einer Gehirnwäsche unterzieht und durch Androhung der Bestrafung durch imaginäre Kräfte die „Gläubigen“ zu einem, der Kirche genehmen Verhalten, zwingt. Wenn jemand sich freiwillig entschließt zu „glauben“, dann will ich dem nicht entgegentreten, aber es stört mich gewaltig, dass ich und viele andere über die Steuern zur Kasse gebeten werden, um das System Kirche langfristig zu stärken und am Leben zu halten. Wenn die Kirche ihren Gläubigen das Geld aus der Tasche zieht, ist das o.k., aber in NRW gehören 24 % der Menschen keiner Kirche an und bundesweit sind es sogar ca. 35 % und 5 Prozent Moslems, Freikirchler usw.

Hier weiterlesen: Interview mit Ralf Michalowsky im Blog DieFreiheitsliebe

Ralf Michalowsky(ralf@michalowsky.de)PermalinkKommentare 0
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26. Januar 201214:38

»Steuermillionen für die reichste Kirche der Welt«

Jedes Jahr gehen hunderte Millionen Euro aus Steuermitteln an die großen Kirchen – zusätzlich zur Kirchensteuer. Ralf Michalowsky, kulturpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE im Landtag NRW, forscht seit langem dazu, warum das so ist. ROTDRUCK sprach mit Michalowsky darüber, warum auch Menschen, die keiner Kirche angehören, Bischöfe und Kirchengebäude finanzieren müssen.

Lesen Sie das gesamte Interview

 

Ralf Michalowsky(ralf@michalowsky.de)PermalinkKommentare 0
Tags: kirchenfinanzen, steuergelder
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17. Januar 201214:31

Mehr Fairness gegenüber Ungläubigen!

Knapp ein Viertel aller Menschen in Nordrhein-Westfalen gehörte im Jahr 2006 keiner Religionsgemeinschaft an. Bundesweit stellen die „Bekenntnislosen“ mit über einem Drittel sogar die größte Gruppe in der Religionsstatistik. Dennoch fragt die Politik nie nach deren Bedürfnissen – zum Teil sicherlich, weil Konfessionslose anders als die christlichen Kirchen kaum über eine organisierte Lobby verfügen. „Es liegt aber auch daran, dass unter Religionsfreiheit vornehmlich der Schutz der konfessionsgebundenen Mehrheit verstanden wird“, meint Ralf Michalowsky, kulturpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE. „Zur Glaubensfreiheit gehört aber auch die Freiheit, ausdrücklich nicht zu glauben.“

Der LINKEN wird gern Kirchenfeindlichkeit vorgeworfen. „Mal unabhängig davon, dass viele bekennende und praktizierende Christinnen und Christen bei uns aktiv sind, treten wir in unserem Programm ausdrücklich für den Schutz von Weltanschauung und Religion ein“, erläutert Michalowsky. „Das steht nicht im Widerspruch dazu, dass wir in vielen Punkten mit der Institution Kirche kritischer umgehen als andere Parteien.“ Damit folgt DIE LINKE keinem ganz neuen Trend: Die Epoche der Aufklärung setzte bereits vor über 250 Jahren ein.

Wenn das Bestreben seiner Fraktion, den zahlreichen Atheisten/-innen im Landtagsplenum eine Stimme zu geben, als „perfide“ und „überzogen“ dargestellt werden, fragt sich der Gladbecker Abgeordnete, „ob der Geist der Aufklärung in den anderen Fraktionen angekommen ist“. Dabei zeigt er sich sicher, dass die angeblich so radikalen Positionen der LINKEN durchaus eine Mehrheit haben: „Aus meiner langjährigen Erfahrung als SPD-Mitglied weiß ich, dass viele Abgeordnete die Bevorzugung der Institution Christentum ebenso kritisch sehen wie ich, aber dieses Thema bisher nicht offen ansprechen wollen.“ Darüber hinaus gebe es auch zahlreiche Gläubige, die mit „ihrer“ Kirche nicht zufrieden sind. „Also“, so Michalowsky an die anderen Parteien: „Denken Sie auch mal an den atheistischen Wähler. Sonst tun nur wir es.“

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Tags: säkularisierung
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12. Januar 201213:20

Interview Kirchenfinanzierung für den ROTDRUCK

Ralf, seit einiger Zeit beschäftigst Du Dich intensiv mit dem Verhältnis von Kirche und Staat mit dem Schwerpunkt Finanzierung. Was motiviert Dich dazu?

Dass in Deutschland die reichste Kirche der Welt residiert, die trotzdem mit Milliardensummen aus der öffentlichen Hand gesponsert und von allen Sparmaßnahmen ausgenommen wird. Nur ein Beispiel sind die sogenannten Staatsleistungen: Über 440 Millionen Steuergelder gehen jedes Jahr an die Kirchen auf der Basis von Verträgen aus dem Jahr 1803!
Versteh mich nicht falsch: Ich toleriere es, wenn jemand glaubt, sehe aber ich nicht ein, dass der Steuerzahler für das monatliche Gehalt des Bischofs von etwa 11.000 Euro aufkommen soll. Schließlich gehört etwa 36 % der Bevölkerung keiner der beiden großen Kirchen an. Ich bin für die konsequente Trennung von Kirche und Staat.

Ihr bearbeitet dieses Feld ja nun schon eine Weile. Wie sieht die bisherige Reaktion der Kirche auf eure Arbeit aus?
Die Kirche hält sich fast immer vornehm zurück, wenn es ums Geld geht. Man bedient sich zwar stets der Caritas-Legende, um sich als mildtätiges Unternehmen zu präsentieren, aber über die Einnahmeseite hüllt man den Mantel des Schweigens.

Was genau ist die Caritas-Legende?
Die Kirchen suggerieren ja gern, dass sie im Wesentlichen die gesamte soziale Infrastruktur in Deutschland stellen und daher die Kirchensteuer ein direkter Beitrag ins Sozialsystem wäre. Wer einmal durch eine x-beliebige Stadt geht und mal schaut, wie viele katholische Kindergärten, evangelische Altenheime oder sonstige Einrichtungen es gibt, die angeblich die Kirchen stellen, wird das auch ohne Weiteres glauben. Was viele jedoch nicht wissen: Diese Einrichtungen werden nur zu einem sehr geringen Teil durch die Kirche finanziert. Maximal mit 10 Prozent, oft mit weniger. Viele Einrichtungen werden komplett staatlich finanziert. Caritas und Diakonie bekommen nur etwa zwei Prozent ihrer Mittel von den Kirchen.

Aber immerhin beteiligen die Kirchen sich zumindest etwas. Wäre es nicht viel teurer, wenn der Staat alles übernehmen würde?
Auf der anderen Seite steht, dass die Kirchen auf immense Vergünstigungen wie beispielsweise Steuernachlässe zählen kann, die uns unter dem Strich viel mehr kosten. Ein Politikwissenschaftler hat mal errechnet: Würde der Staat all diese Einrichtungen zu 100 Prozent übernehmen, würden zunächst einmal 800 Millionen Euro Mehrkosten für den Steuerzahler entstehen. Würde man aber nur das Kirchensteuerprivileg den Kirchen streichen, hätte man 3 Milliarden Mehreinnahmen und somit ein Plus von 2,2 Milliarden.

Was wird man von der Linksfraktion im Landtag zukünftig zu diesem Thema erwarten können?
Zunächst einmal können wir es als Etappensieg verbuchen, dass wir inzwischen gezielte Anfragen von Journalisten bekommen, die etwas zu dem Thema wissen wollen. Dann werden wir das Thema natürlich weiter mit Pressemitteilungen und Kleinen Anfragen begleiten. Kürzlich haben wir eine umfangreiche große Anfrage zu diesem Thema gestellt und erhoffen uns endlich mal genaue Zahlen.
Muss leider aus Platzgründen rausfallen und kann vielleicht in eine Online-Version eingefügt werden:

Und wie reagieren die anderen Fraktionen im Landtag?
An das Thema traut sich kaum jemand heran. Auch die, die unsere Argumentation eigentlich teilen, trauen sich nicht gegen die immer noch sehr großen Lobby der Kirche anzutreten. Auch die Antworten auf unsere Kleinen Anfragen sind oft ausweichend und man muss mehrmals nachfragen.
Einige wenige fühlen sich auch regelrecht persönlich angegriffen. Als unsere Fraktion Ende 2011 den Antrag stellte, den Gottesbezug aus der Landesverfassung zu streichen, beschwerte sich Wolfram Kuschke von der SPD darüber, dass Gunhild Böth den Antrag vorstelle und nicht ich. „… denn für perfide, überzogene Angriffe gegen die Kirchen ist eigentlich Kollege Michalowsky zuständig, wie wir in den letzten Monaten erfahren haben“ war der O-Ton.

Ralf Michalowsky(ralf@michalowsky.de)PermalinkKommentare 0
Tags: kirchenfinanzierung
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25. September 201118:53

Demo anlässlich der Papstrede im Bundestag

Transparent bei der Demo gegen den Papstbesuch
Transparent bei der Demo gegen den Papstbesuch

Gut 100 Abgeordnete nahmen nicht an der Rede des Papstes im Deutschen Bundestag am 22.09.2011 teil. Von der Fraktion DIE LINKE waren von 76 Abgeordneten nur 28 im Parlament. Ein großer Teil der abwesenden Parlamentarier der LINKEN beteiligte sich am Protest am Potsdamer Platz, sie haben sich entschieden nicht der Papst-Rede beizuwohnen. Diese Entscheidung resultierte aus der Politik, die Papst Benedikt XVI betreibt. So steht er für eine menschenverachtende Geschlechter- und Sexualpolitik. Die katholische Kirche hat mit ihrem Kondom-Verbot besonders in Afrika HIV/Aids- Epidemien verursacht und damit Millionen Menschen auf dem Gewissen - diese Politik setzt der aktuelle Papst nahtlos fort. Auch die Missbrauchsfälle an Kindern und Jugendlichen werden bis heute vertuscht. Die Menschenrechte von Schwulen und Lesben werden durch die katholische Kirche missachtet.
 
Neben all dieser politischen Kritik gilt außerdem, dass das Oberhaupt einer Religionsgemeinschaft nicht als Redner in den Bundestag gehört. Dies widerspricht dem Grundsatz von Trennung von Staat und Kirche. Zwar wird darauf verwiesen, dass er ja auch Staatsoberhaupt des Vatikan-Staates sei. Doch ist dieses Begründung als Rechtfertigung für die Rede ziemlich absurd, da nicht die Rolle des Papstes als Staatsoberhaupt des Vatikan im Vordergrund der Rede und seiner Reise durch Deutschland im Vordergrund steht, sondern seine religiöse Rolle.

Ralf Michalowsky(ralf@michalowsky.de)PermalinkKommentare 0
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